Afrika
Museum für Völkerkunde Hamburg
Asien
Handschrift aus Rajamundry, 1757; Foto: Brigitte Saal

China

Aus China brachten Mitarbeiter des Museums in den 1930er Jahren umfassende Sammlungen von Alltagsgegenständen mit. Darunter befinden sich Hunderte von Holzblockdrucken für den Hausgebrauch, die chinesische Götter zeigen.
Eine Sammlung von Schattenspielfiguren aus Peking vom Ende des 18. Jahrhunderts gehört mit rund 1000 Figuren und Requisiten zu den bedeutendsten der Welt. Zu den besonderen Kunstschätzen der Sammlung zählt das anonyme fragmentale Monumentalgemälde “Die Schlacht bei Qurman”, das Kaiser Qianlong im Jahr 1760 in Auftrag gab. Von den 16 Gemälden, die damals in der “Halle des Purpurglanzes” im Kaiserpalast ausgestellt waren, scheint dieses als Einziges noch erhalten zu sein.

Japan

Auch die über 5000 Objekte umfassende Japan-Sammlung beinhaltet viele seltene Schätze. Sie kam ab 1861 durch Kaufleute, Kapitäne, Reisende und Forscher ins Museum. Hierunter finden sich bekannte Hamburger Namen wie zum Beispiel Umlauff und Burchard. Aber auch engagierte Sammler, wie die Lehrerin Elsa Marquardt, die jahrzehntelang in Tokio gelebt hat, trugen viel zu unserem Bestand bei und sorgten dafür, dass die Objekte nicht allein nach europäischem, sondern auch nach japanischem ästhetischem Empfinden ausgesucht wurden.
Hervorzuheben sind die qualitätvollen Samurai-Rüstungen, äußerst seltene Pferdemasken, Nô-Masken bedeutender Schnitzer, eine vollständige Ausgabe der Farbholzschnitte zum Nô-Theater von dem Maler Tsukioka Kogyo (erschienen 1897-1902) sowie zahlreiche religiöse Objekte aus dem Bereich des Shintoismus und des Buddhismus. Zu den inzwischen weltberühmten Objekten gehört seit der intensiven Bearbeitung der Sammlung durch internationale Experten im Rahmen unserer Ausstellung “Japan – Der innere Reichtum des Museums” (2000/01) eine Puppe aus Kupfergeflecht mit herausnehmbaren Organen in einem schwarz lackierten Kasten. In Japan stellte man fest, dass diese Puppe dem Leibarzt eines Daimyô von Wakayama gehörte. Die Besonderheit gegenüber anderen Puppen dieser Art besteht in ihrer Dreidimensionalität: Solche Puppen wurden nur von den Ärzten von Fürsten verwendet. Es existiert nur noch eine weitere dieser aus dem 17. Jahrhundert stammenden Puppe – im Nationalmuseum in Tokio. Die Sammlung der Ainu, der japanischen Urbevölkerung, ist mit über 800 Objekten die größte in Deutschland.

Korea

Die Korea-Sammlung ist ebenfalls die größte ihrer Art in Deutschland. Sie deckt inzwischen 100 Jahre koreanischen Schamanismus ab, wobei die neuesten Objekte noch 1997 in Gebrauch waren. Einzigartig ist das Archiv zu den neuen Religionen Koreas. Mit einem tuschebemalten Wandschirm von Ho Yon aus dem 19. Jahrhundert besitzt das Museum einen koreanischen Kunstschatz erster Güte.

Indien

Den Schwerpunkt der Bestände aus Südasien bildet Indien. Hier gibt es umfangreiche Sammlungen von hinduistischen Haushaltsbronzen, Holzfiguren und Kultgeräten. Besondere Beachtung genießt die Sammlung indischer Andachtsbilder für den Hausgebrauch, die mit etwa 2700 Blatt eine der größten ihrer Art in Europa ist. Von überregionaler Bedeutung ist auch die Sammlung von Bildrollen bengalischer Erzähler. Einen großen Schatz besitzt das Haus mit einem Miniaturenalbum zum Ramayana aus Rajamundry/Deccan. 1757 gemalt, ist es nur eines von zwei erhaltenen Werken dieser Malschule. Mit einer Prachthandschrift der Bhagavata Purana von ca. 1870 als Nepal verfügt das Museum über ein weiteres Meisterwerk südasiatischer Buchmalerei.

Burma

Aus Pagan in Burma, der heute größten Ruinenstadt Südostasiens, stammt eine einzigartige Sammlung. Diese Stadt bildete im 12. und 13. Jahrhundert das Zentrum eines mächtigen burmesischen Reiches mit einer hoch entwickelten buddhistischen Kultur. Die Objekte umfassen beispielsweise Buddha- Darstellungen in Stein und Wandmalerei-Fragmente aus Tempeln vom 11. bis 13. Jahrhundert. Anfang des 20. Jahrhunderts durch einen spektakulären Kunstraub nach Hamburg gelangt, konnte die Sammlung in den 1970er Jahren durch bilaterale Verhandlungen legalisiert werden.

Regionen des tibetischen Buddhismus

Unter einer Sammlung aus den Regionen des tibetischen Buddhismus (Tibet/Mongolei/Nepal/Teile Chinas) ragen neben 90 Metallplastiken aus dem 15. bis 20. Jahrhundert vor allem die 65 buddhistischen Rollbilder hervor. Von besonderer Bedeutung ist eine Sammlung von Kult- und Alltagsgegenständen aus dem Osttibet der 1920er Jahre. Diese damals von Europäern noch kaum bereiste Region war ein Rückzugsgebiet der erst in jüngster Zeit erforschten alttibetischen Bon-Religion.

AUSGEPACKT ASIEN
Eigentlich liegt die Sammlung Ost- und Südasien zurzeit streng bewacht im Magazin des Museums. Aber ab September packen wir regelmäßig Objekte für Sie aus!
In Vorträgen, im Rahmen von Führungen oder bei einem Ratespiel werden Sie kurzzeitig einen Blick auf die Schätze der Sammlung werfen können, bevor diese wieder eingelagert werden.
Mehr Infos zu “Ausgepackt Asien” finden Sie in unserem Veranstaltungskalender

Ansprechpartnerin

Dr. Susanne Knödel
Leiterin der Asien-Abteilung
Tel.: 040. 428 879–240
susanne.knoedel@mvhamburg.de