“Die Exponate sind ein Stück Geschichte, das wie ein Bindeglied zwischen Altertum und Moderne die nachhaltige Wirkungskraft der altägyptischen Kultur vor Augen führt.” (Welt am Sonntag)

Die Kultur des Alten Ägypten

Das Museum für Völkerkunde in Hamburg besitzt eine reiche Sammlung altägyptischer Objekte, die ab1903 in den Besitz des Museums gelangt sind. Neben Kunstobjekten ist insbesondere die völkerkundlich interessante Alltagskultur von vorgeschichtlicher Zeit (vor ca. 3700 v. Chr.) bis in die römische Epoche (ca. 400 n. Chr.) vertreten. Die Sammlung ermöglicht dem Museum eine umfang- und facettenreiche Dokumentation der altägyptischen Kultur.

Innerhalb der Ausstellung ergibt sich aus der räumlichen Verteilung auf ein Ober- und Untergeschoss eine inhaltliche Trennung: Die altägyptische Vorstellung von einer diesseitigen „Alltagswelt“ und einer jenseitigen „Unterwelt“. Im Obergeschoss werden verschiedene Handwerke vorstellt. Dazu gehören handgeformte Gefäße der ägyptischen Frühzeit sowie eines der äußerst seltenen, kunstvoll gearbeiteten Glasgefäße aus dem Neuen Reich (ca. 1400 v.Chr.), das zu den besonderen Schätzen der altägyptischen Sammlung gehört. Daneben sind Beispiele für die Reliefkunst in Gräbern und Tempeln zu sehen, die überwiegend aus Ausgrabungen der Deutschen Orient Gesellschaft bei den Pyramiden von Abusir stammen, darunter Reliefs aus königlichen Totentempeln von Pharaonen aus dem Alten Reich.

Der Übergang in die jenseitige Welt ist mit Exponaten ausgestattet, die die Arbeit der Balsamierer illustriert. Diese bereiten den Leichnam eines Verstorbenen für sein jenseitiges Leben vor. Die Ausstellungsfläche im Erdgeschoss stellt die Bestattungskultur und die mit ihr verbundenen Vorstellungen von Jenseits- und Totenglauben in den Mittelpunkt. In diesem Kontext werden verschiedene Sargtypen und Grabbeigaben gezeigt. U. a. sind hier auch die Mumie und Mumienhülle des Amunpriesters Chonsu-maa-cheru zu sehen, die 1903 als Geschenk von Martin Rücker Jenisch in die Sammlung gelangt sind.

Den Abschluss der Ausstellung bilden Exponate, die von einer regen Reisetätigkeit und einer wahren Ägyptomanie im 19. und frühen 20. Jahrhundert zeugen: Eine Auswahl von „echten“ Stücken, die doch nur gut gearbeitete Fälschungen sind.

Die ägyptische Sammlung mit ihrer thematischen Vielfalt ermöglicht es dem Besucher, sich der altägyptischen Kultur auf unterschiedliche Weise zu nähern. Dabei lädt der Ausstellungsort im Museum für Völkerkunde zur kulturübergreifenden Betrachtung ein.

Die Texte sind neben Deutsch und Englisch auch auf Arabisch zu lesen.

Zuständige Wissenschaftlerin

Jana Caroline Reimer
Tel.: 040. 42 88 79 – 551
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