Finissage So 20. Mai | 14.45 Uhr

Brisante Begegnungen – Nomaden in einer sesshaften Welt

Die Ausstellung „Brisante Begegnungen – Nomaden in einer sesshaften Welt“ im Museum für Völkerkunde Hamburg zeigt ab dem 17. November die Vielfalt nomadischer Lebenswelten über einen Zeitraum von über 5.000 Jahren in einer regionalen Breite von Marokko bis Tibet und Sibirien.

Grundlage der Ausstellung ist die über zehnjährige interdisziplinäre Forschungsarbeit von Archäologen, Ethnologen, Geographen, Historikern und Orientwissenschaftlern, die sich im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „Differenz und Integration“ der Universitäten Halle und Leipzig mit nomadischen Völkern und dem Zusammentreffen nomadischer und sesshafter Kulturen beschäftigt haben. In Zusammenarbeit mit dem Museum für Völkerkunde Hamburg ist daraus ein ebenso vielfältiges wie anschauliches Ausstellungskonzept erwachsen.

In vier großen Themenblöcken erzählt die Ausstellung von vielfältigen Spannungen zwischen nomadischen und sesshaften Menschen, zwischen verschiedenen Kulturen, Wirtschaftsweisen und politischen Strukturen, eben von „Brisanten Begegnungen“.

Eine Besonderheit der Ausstellung wird sein, dass sie sich nicht nur in einem Sonderausstellungsraum, sondern zusätzlich über das ganze Museum auf annähernd 1.000 Quadratmetern verteilt:“Die Art der Präsentation soll dem Gedanken des Nomadischen entsprechen. Die Besucher wandern durch das Haus und erleben das Thema in seiner Flexibilität und in seiner Grundbedingung, der Mobilität”, erklärt Prof. Dr. Annegret Nippa, Projektleiterin der Ausstellung und amtierende Direktorin des Instituts für Ethnologie der Universität Leipzig.

Wichtig ist der enge Bezug zu gesellschaftlichen Fragen unserer Gegenwart:.„Wir wollen die direkte Verbindung zu den entsprechenden aktuellen Diskursen in unserer Gesellschaft aufzeigen“, so Prof. Annegret Nippa. Sowohl die Bezeichnung „Jobnomaden“ als auch die Identifikation vieler zeitgenössischer Künstler mit Nomaden weist auf die Wichtigkeit hin, in unserer Gesellschaft mobil und flexibel zu sein. Anhand von historischen Quellen wird deutlich, dass die aktuelle Debatte um Migration und Integration kein Phänomen der Neuzeit ist: Schon immer hat das „Fremde“ existiert, schon immer waren Gesellschaften aus vielfältigen Kulturen und Lebensweisen zusammengesetzt, die „Differenz und Integration“ ständig neu aushandeln mussten.

Auch das vielfältige Rahmenprogramm zur Ausstellung wird die Aktualität des Themas widerspiegeln: ein samisches Tanztheater sucht traditionelle Wurzeln mit postmoderner Bewegungskunst zu verbinden, eine Filmreihe in einem Hamburger Programmkino zeigt Nomadenfilme von der Stummfilmzeit bis in die neueste Gegenwart. Vorträge und Lesungen von Wissenschaftlern und Gästen runden das Programm ab. Als Publikation zur Ausstellung ist ein besonderes Format in Vorbereitung: ein „ABC des Nomadischen“ wird zentrale Begriffe erläutern, die in der Ausstellung und in der Forschung eine Rolle spielen, aber auch über die Ausstellung hinaus Grundlagenwissen zum Thema vermittelt.

Nomadsed - Das Spiel zu nomadischen Lebensweisen

Bei mobiler Weidewirtschaft ziehen Familien mit ihren Haushalten über Weideland und bestreiten ihren Lebensunterhalt hauptsächlich aus dem Ertrag ihrer Tiere und deren Verarbeitung. Das Spiel entwirft die Lebenswelt von Hirtennomaden und soll mit Hilfe eines eingeweihten Spielführers, „des Ältesten“, in die Entscheidungsfindungen des nomadischen Alltags verwickeln.

Bis zu fünf Spieler schlüpfen in die Rolle von Hirtennomaden und werden mit den alltäglichen Herausforderungen und Ereignissen in den Steppen konfrontiert. Dabei liegen Gewinne und Verluste nicht in der Hand der Hirten allein. Runde um Runde müssen sie sich den Unwägbarkeiten der Natur stellen, auf Anordnungen von Staat und Entwicklungsorganisationen reagieren und Börsenspekulationen mit Futter und Fleisch ertragen.

Das Ziel der Spieler besteht darin, ihr Kapital in Form von Schafen zu vergrößern, indem
sie strategisch weitsichtige und taktisch kluge Entscheidungen treffen.

Nomadsed ist für drei bis fünf Spieler ab 10 Jahren geeignet. Ein Spielleiter, „der Älteste“, sollte den Ablauf begleiten und die Spieler gegebenenfalls beraten. Ein Spiel dauert ca. 45 Minuten.

Die Ausstellung wird kuratiert von Prof. Dr. Annegret Nippa und Dr. Andreea Bretan des Sonderforschungsbereichs SFB 586 der Universitäten Leipzig und Halle-Wittenberg und gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie durch Mittel des Sonderausstellungsfonds der Stadt Hamburg.

Finissage So 20. Mai | 14.45 Uhr

Obertöne – Untertöne – Zwischentöne

14.45 Uhr Abschied von der Ausstellung
Rahmentrommel mit Stefan Festini-Cucco und Annegret Nippa
(In der Ausstellung “Brisante Begegnungen”)

15.00 Uhr Rundgang durch die Stationen der Ausstellung „Brisante Begegnungen“
mit Andreea Bretan und Annegret Nippa.
(Treffpunkt: In der Ausstellung „Brisante Begegnungen“)

15.15 Uhr Nomadenspiel mit Lukas Scholz und Christoph Lange
(Afrika-Dauerausstellung)

16.45 Uhr Rundgang durch die Stationen der Ausstellung „Brisante Begegnungen“
mit Andreea Bretan und Annegret Nippa.
(Treffpunkt: In der Ausstellung „Brisante Begegnungen”)

17.50 Uhr Abschied von den Steppenlandschaften mit Glocken – Trommeln – Flöten
(In der Ausstellung „Brisante Begegnungen“)

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+++ NEU +++

Hier erfahren Sie mehr zum Begleitprogramm:

Tage der Fahrenden

Fr 4. – So 6. Mai

Pressekonferenz

15.11.2011

Kontakt

Sekretariat
Rothenbaumchaussee 64
20148 Hamburg
Tel.: 040. 42 88 79 – 0
info@mvhamburg.de

Weitere Informationen über das Austellungsprojekt des SFB 586 der Universität Leipzig unter: www.nomadsed.de

Homepage der Deutschen Forschungsgesellschaft:
www.dfg.de