Blick ins Paradies – Südsee erleben in historischen Fotografien

Paradies

Sandstrände, Kokospalmen und Inselschönheiten – sie prägen hartnäckig das Bild der Südsee. Als Postkartenklischees der polynesischen Inselwelt von Hawaii, Samoa, Tahiti und Neuseeland wecken sie noch immer Fernweh. Sie locken mit einem Blick ins Paradies. Doch um wessen Paradies handelt es sich und was verraten historische Fotografien aus der Kolonialzeit über die für uns so mythische Südsee? Diesen Fragen spürt die Ausstellung „Blick ins Paradies“ nach. Anhand ausgewählter Fotografien aus dem historischen Fotobestand des Museums wird erkundet, wie Polynesien zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert gesehen und inszeniert wurde. Neben Werken kommerzieller Fotografen und Ateliers umfasst die Ausstellung zahlreiche Amateuraufnahmen, die einen einzigartigen Einblick in den kolonialen Alltag erlauben. Bilder aus Fotoalben von Kaufleuten, die in der Südsee lebten und arbeiteten, verweisen auf die einstige Bedeutung dieser Region für Hamburgs Überseehandel in der Zeit des Kolonialismus.
Die Motive reichen von geselligen Picknickszenen, lasziv dargestellten Frauen und betörenden Landschaften über Aufnahmen von Körpermessungen im Dienst der damals gelehrten „Rassenkunde“ bis zu Naturkatastrophen und Plantagenarbeit.

Das Projekt zur Erschließung des Fotobestands aus Polynesien wurde gefördert vom Ausstellungsfonds der Freien und Hansestadt Hamburg.


Cover der Publikation „Blick ins Paradies. Historische Fotografien aus Polynesien“, Museum für Völkerkunde Hamburg

„Blick ins Paradies. Historische Fotografien aus Polynesien“

Begleitend zur Fotoausstellung „Blick ins Paradies. Südsee erleben in historischen Fotografien“ erscheint der neueste Band der Mitteilungsreihe aus dem Museum für Völkerkunde Hamburg. Er entführt den Leser in die polynesische Inselwelt des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Wissenschaftler aus Australien, Deutschland, Fidschi, Neuseeland und den USA verfassten Beiträge, die sich mit der Beziehung von Fotografie und Kolonialismus in der Südsee beschäftigen. Die Ausführungen nehmen Bezug auf die historischen Fotobestände des Museums für Völkerkunde Hamburg und ihre Motive. Ein umfangreicher thematisch aufbereiteter Bildteil ergänzt die Artikel. Insgesamt enthält die Publikation mehr als 200 Abbildungen, die einen repräsentativen Einblick in die fotografische Sammlung des Museums aus dieser Region geben. Sie werfen Schlaglichter auf ihre Geschichte und laden dazu ein, die europäischen Vorstellungen über diese zum ewigen Paradies verklärte Region zu hinterfragen.