Exil 150

So 10. Mai 2015 bis So 29. Mai 2016
EXIL. Photographien von Antoine Wagner

Gebirgslandschaften. Karg, schroff, menschenfeindlich. Von Wolken und Nebel durchzogen, die nur Fragmente dem Blick freigeben. Antoine Wagner hat sie fotografiert während seiner Wanderungen auf den Spuren von Ururgroßvater Richard Wagner, der in seiner Schweizer Exilzeit (1849 bis 1858) oft im Gebirge unterwegs war.

Ein Bach in steinigem Bett, schwarzer Fels mit weißen Schneeadern. Eine Ahnung beschwerlicher Wege. Weite bleibt uneingelöste Verheißung, der Blick ins gelobte Land verstellt.

Porträts von Künstlern, die fern ihrer Heimat den Zustand Exil erleben, freiwillig oder erzwungen – mit der seismographischen Sensibilität, die jedem Künstler eigen ist. Sie schauen in Antoine Wagners Kamera wie in einen Spiegel. Direkte Blicke, sie stellen unbequeme Fragen.

Landschaften und Gesichter. Antoine Wagner stellt sie paarweise nebeneinander. Die großen Panoramen sind aus der Natur geschnitten, reduziert, gerahmt, fassbar gemacht. Daneben die lebensgroßen Gesichter der Exilanten, die auf ihrer Suche nach neuem Lebensglück selbst Gebirge in Kopf und Seele bezwingen müssen. Gesichter von Menschen zwischen den
Kulturen. Gelöst aus ihrer alten Heimat sind sie verletzlich geworden. Aber auch stark, denn sie haben sich auf den Weg gemacht.

Wer ins Exil geht, verliert etwas – und gewinnt etwas hinzu. „Im besten Fall“, sagt
Antoine Wagner, „wächst daraus eine kreative Kraft, die in beiden Kulturen Neues schafft.“

Eine Ausstellung von Antoine Wagner in Kooperation mit Peter Schmidt und dem Museum für Völkerkunde Hamburg.

Hier finden Sie die Reden von Frau Sonja Lahnstein-Kandel (Step 21. Initiative für Toleranz und Verantwortung) und Herrn Prof. Dr. Claus Friede (Contemporary Art) anlässlich der Ausstellungseröffnung “EXIL. Photographien von Antoine Wagner”.

Führungen Gebärdensprache

So 22. Mai | 11 Uhr
Führung mit Dorle Koch mit Übersetzung auf Gebärdensprache

Trailer EXIL