Museumsgespräche

Unter neuer Leitung beschreitet das Museum für Völkerkunde Hamburg neue Wege: Wir arbeiten an einer aktuellen Programmatik für das Museum, mit der wir die hauseigenen Sammlungen unter Einbezug gegenwärtiger und kritischer Fragestellungen in den Fokus rücken wollen, die Dauerausstellung als zentrales Projekt neu konzipieren werden und unser Veranstaltungs- und Vermittlungsformate überdenken. Diese Planungen werden von der Reihe Museumsgespräche begleitet:

Wir laden Vortragende und GesprächspartnerInnen ein, um über rezente Neupositionierungen in der Weltkulturen- und ethnographischen Museumslandschaft zu berichten, zukunftsweisende Ausstellungsprojekte oder signifikante Diskurse wie auch Arbeitsformate in unserem Museumsumfeld vorzustellen. Mit dieser Reihe wollen wir unser Publikum anregen, an unseren Gedankengängen im Rahmen der Neukonzeption teilzuhaben und mit uns über die Zukunft unseres Museums zu diskutieren.

Di 10. Oktober | 18 Uhr
Das Humboldt Forum im neuen Berliner Schloss. Chancen, Potentiale und Herausforderungen eines neuartigen Ortes für den Dialog der Kulturen
Vortrag von Prof. Dr. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Das in der Mitte Berlins entstehende Humboldt Forum gilt als das derzeit größte Kulturprojekt Deutschlands. Im teilweise wieder aufgebauten Berliner Schloss soll mit dem Humboldt Forum ein neuartiges Kunst- und Kulturerfahrungszentrum entstehen, das sich mit der Kultur und Geschichte Afrikas, Asiens, Australiens, Ozeaniens und Amerikas befasst. Zusammen mit der benachbarten Museumsinsel mit ihren herausragenden Sammlungen zur Kunst und Kultur Europas und des Nahen Ostens entsteht hier – Museumsinsel und Humboldt Forum als Einheit denkend – ein besonderer Ort der Begegnung mit den Kulturen der Welt. Der Vortrag befasst sich mit Aufbau und innerer Dramaturgie des Humboldt Forums, mit dem Zusammenspiel der verschiedenen Institutionen an diesem Ort und mit der Präsentation der außereuropäischen Sammlungen der Staatlichen Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Nur Museumseintritt

Unter den Linden
Unter den Linden. © Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / Architekt: Franco Stella

Do 30. November | 18 Uhr
„Kanak. L’art est une parole“: experience of a cross-cultural and collaborative exhibition
Vortrag in englischer Sprache von Dr. Emmanuel Kasarhérou, Musée du Quai Branly – Jacques Chirac
The exhibition “Kanak. L’art est une parole” (Kanak. Art is a voice) was held at the Musée du quai Branly-Jacques Chirac in Paris between October 2013 and February 2014 and in Noumea (New Caledonia) between May and July 2014. The project was framed as an explicit cross-cultural translation aiming to reconnect the objects collected since two centuries and scattered in museums mainly in Europe with the Kanak vision which created them. The exhibition focused on the richness of the “Parole” (the word, the voice) in Kanak conceptions and art as a “parole” creating and recreating cosmological, social and ecological orders.

Nur Museumseintritt

Di 12. Dezember | 18 Uhr
Die Basler Programmatik
Vortrag von Dr. Anna Schmid, Direktorin Museum der Kulturen Basel (MKB)
Mit seiner Neupositionierung wandte sich das MKB von regionalen Ausstel lungen ab und richtet sich nach den Themen Zugehörigkeit, Handlungsfähigkeit, Raum, Wissen und Inszenierung aus. Direktorin Anna Schmid berichtet über den dahinterstehenden Prozess und das Museumskonzept. Im Anschluss findet ein Gespräch mit Prof. Dr. Barbara Plankensteiner, Direktorin Museum
für Völkerkunde Hamburg, statt.

Nur Museumseintritt

In dieser Reihe fand bislang statt:

Di 12. September 2017 | 18 Uhr
Ethnographic Museums Now!
Prof. Dr. Wayne Modest, Leiter Research Center for Material Culture, Niederlande
Over the last few decades, ethnographic museums have received significant critique from diverse stakeholders, from originating communities and scholars to diverse publics. These critical voices have questioned the museums complicity in Europe’s colonial project; their representational practices and collecting histories; indeed their existents. In response, ethnographic museums have been tried to develop new models for practices, collaboratively through European networking projects such as SWICH (Sharing a World of Innovation, Creativity and Heritage) and RIME, or together with stakeholders from diverse originating communities. In this presentation, Wayne Modest wants to focus on the recently establish National Museum of World Cultures, in the Netherlands, created out of the merger of the Tropenmuseum, Museum Volkenkunde, and the Africa museum. Through these museums, he will trace some of the responses of ethnographic museums to these recent challenges. Wayne Modest will sketch out a more hopeful view for these museums, suggesting that far from obsolete or intransigent, ethnographic museums have been both responsive and innovative. Moreover that they might be more urgent today than ever.

Im Anschluss: Gespräch mit Prof. Dr. Barbara Plankensteiner, Direktorin Museum für Völkerkunde Hamburg
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
Eintritt: nur Museumseintritt