Fr 10. Oktober 2014 bis So 22. März 2015
Eröffnung Do 9. Oktober | 18 Uhr
URUGUAY AUF GUARANÍ
Indigene Kunst aus den Jesuiten-Missionen | 17.-19. Jahrhundert

Die Ausstellung zeigt Holzschnitzereien aus den jesuitischen Missionen des 17. und 18. Jahrhunderts sowie archäologische Funde des 19. Jahrhunderts. Mit dem Ziel der Christianisierung wurden zu Beginn des 17. Jahrhunderts unter jesuitischer Leitung Dörfer im mittleren Südamerika errichtet. Die Jesuiten schufen dabei ein spezielles politisch-wirtschaftlich- administratives System, das von dem damaligen kolonialen Verständnis
deutlich abwich. Einer dieser sogenannten „reducciones“ entstammen die ausgestellten Kunstwerke. Die Werke verkörpern unter anderem Heiligenfi guren, die in Kirchen oder Kapellen, bei Feierlichkeiten und Gottesdiensten oder Prozessionen Verwendung fanden.
Entdeckt wurden die Objekte während der Forschungen in der ausgestorbenen Siedlung San Borja del Yí. Sie ist von den Ureinwohnern, den Guaraní, im Jahre 1833 gegründet worden. Die ausgestellten indigenen Kunstwerke verweisen auf das faszinierende Universum der Guaraní: Es umfasst sowohl materielle Aspekte, wie die archäologischen Stätte, aber auch abstrakte Elemente wie ihre Namensgebungen von Orten (Toponymik) oder den Wortschatz ihrer Sprache (Lexik). Auch die Kultur des Mate sowie die Techniken und das Wissen um die Viehzucht und Landwirtschaft sind Teil dieser vergangenen Welt.

Eine Kooperation des Generalkonsulats der Republik Uruguay in Hamburg und dem Museum für Völkerkunde Hamburg.