Batik_schmal

Do 7. Juni – So 10. Juni

Indonesien. Die Schönheit der Batik

Ausstellung – Modenschau – Vortrag

Indonesien ist berühmt für seine Vielfalt an hochwertigen Stoffen mit Mustern von großer Eleganz und Ästhetik. Sie sind traditionell wesentlicher Bestandteil der Kleidung. Die Ornamente geben Aufschluss über den Status ihres Trägers, haben Symbolcharakter und sind Ausdruck der kulturellen Identität Indonesiens.

Im Rahmen einer Sonderschau werden erlesene Einzelstücke gezeigt, die aus sechs verschiedenen Privatsammlungen von Mitgliedern der Indonesischen Vereinigung für traditionelle Textilien (Wastraprema) stammen. Die Exponate vermitteln einen guten Eindruck der verschiedenen Batikstile der Städte Cirebon, Banyumas, Pekalongan, Solo, Yogyakarta, Lasem und Madura.

Ein Highlight bilden Batiken aus der Sammlung von Hartini Soekarno, der Frau des ersten indonesischen Präsidenten. Sie beinhaltet Textilien der führenden Batik-Hersteller wie Iwan Tirta und K.R.T. Hardjonagoro.

Brigitte Willach, selbst Batikkünstlerin aus Hannover und international ausgewiesene Kennerin der indonesischen Batik, vermittelt einen Einblick in das traditionelle Handwerk, das von der UNESCO 2009 als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde.

Die Sonderschau der Batiken ist bis einschließlich Sonntag, 10. Juni zu besichtigen.

Zur Eröffnung am Donnerstag, 7. Juni um 19 Uhr

Im Anschluss an die offiziellen Eröffnungsreden geben Frau Koosmarlinah Kramadibrata (Wastraprema – Indonesische Vereinigung für traditionelle Textilien) und Frau Brigitte Willach vom Batik-Atelier in Hannover eine kleine Einführung in die hohe Kunst des Batikens. Die Zeugnisse dieses Handwerks lassen sich anschließend im Rahmen einer Modeschau, sowie in der Ausstellung bewundern.

Eine Einführung von M. Estella Anwar Bey

Generalkonsulin der Republik Indonesien – Hamburg

indonesische Batik

Spätestens seit die Batikkunst im Jahr 2009 von der UNESCO in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen worden ist, erhält Batik sowohl in Indonesien als auch weltweit verstärkte Aufmerksamkeit. Kulturformen zu erhalten, die unmittelbar von menschlichem Wissen und Können getragen werden, ist Ziel des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes. In Indonesien finden regelmäßig zahlreiche Veranstaltungen zum Thema Batik statt, die dafür sorgen, dass das Wissen um diese wichtige Kulturform nicht verloren geht: Von Ausstellungen, Diskussionen bis hin zu Workshops, die den Umgang mit natürlichen Farben vermitteln.

In diesem Jahr blicken wir auf 60 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Indonesien zurück. Für das Generalkonsulat ein wichtiger Anlass dieses kulturelle Erbe Indonesiens auch in Norddeutschland vorzustellen. Im Rahmen dieser Sonderschau im Museum für Völkerkunde Hamburg werden erlesene Einzelstücke gezeigt, die aus sechs verschiedenen Privatsammlungen von Mitgliedern der Indonesischen Vereinigung für traditionelle Textilien (Wastraprema) stammen. Die ausgestellten Batiken geben einen guten Überblick über die verschiedenen Batikstile der indonesischen Städte Cirebon, Banyumas, Pekalongan, Solo, Yogyakarta, Lasem und Madura.

IWAN TIRTA

Iwan Tirta (1935-2011) gilt als Maestro der indonesischen Batik. Geboren wurde er am 18. April 1935 in Blora/ Mitteljava als Sohn eines Richters. Auch seine Mutter war eine sehr gebildete Frau. Seine Grundschuljahre verbrachte er in Madiun/ Ostjava, wo er die “Eerste europeesche Lagere School” (eine holländische Schule) und später eine indonesische Grundschule besuchte. Iwan Tirta wuchs inmitten einer Gesellschaft mit javanischen Sitten und Gewohnheiten auf, in der Zeit, als die Damen im alltäglichen Leben handgearbeitete Batiken als Sarong (ein Wickelrock) kombiniert mit einer “Kebaya”-Bluse zu jedem Anlass trugen. Er sah, wie seine Mutter täglich mit der traditionellen javanischen Kleidung elegant und vornehm auftrat.

Nach seinem Schulabschluss studierte Iwan Tirta in Jakarta Jura an der Universität Indonesien. Nach Beendigung des Studiums in Jakarta, erhielt er 1954 vom British Council ein Stipendium und studierte an der “London School of Oriental and African Studies“ in London.

Der Aufenthalt in London war ein wichtiger Wendepunkt in seinem Leben. Er war begeistert, dass das Britische Museum über eine komplette Literatursammlung zu indonesischen traditionellen Textilien verfügte. So verbrachte Tirta sehr viel Zeit im Museum, um Informationen über das Batikhandwerk zu erlangen. Nachdem er sein Studium an der Yale Universität in den Vereinigten Staaten beendet hatte, kehrte Iwan Tirta 1961 nach Jakarta zurück mit dem festen Entschluss sich weiterhin für die Weiterentwicklung der Batikkunst zu engagieren.

Die wunderschönen, kunstvollen Batikstücke waren für Iwan Tirta nicht nur einfache Stoffe, die in der Stille der Schränke aufbewahrt werden sollten. Für ihn sollten die Batikstücke lebendig erscheinen – die Damen sollten sie zu vielfältigen Veranstaltungen anziehen können. Er hatte die Vision die klassischen Batikmotive an das dynamische Leben der modernen Gesellschaft anzupassen. Die klassischen Motive wurden beibehalten, aber sie wurden von Iwan Tirta ergänzt und erweitert, so dass die Details klarer erscheinen und mit ihren intensiven Farben einen großartigen Eindruck vermitteln. Mit seiner neuen, innovativen Gestaltung der Batikmotive vermittelte er deren Trägerinnen ein Gefühl von Eleganz und Selbstbewusstsein.
Stücke aus Iwan Tirtas Werkstatt werden in der Ausstellung zu sehen sein.

Führungen mit Brigitte Willach an folgenden Terminen:

Eine Veranstaltung des Generalkonsulats der Republik Indonesien in Kooperation mit der Indonesischen Vereinigung für traditionelle Textilien (Wastraprema), dem Museum für Völkerkunde Hamburg sowie Brigitte Willach, einer Batikkünstlerin aus Hannover.

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Ausstellungseröffnung:

So 7. Juni | 19 – 22 Uhr

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Rothenbaumchaussee 64
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Tel.: 040. 42 88 79 – 0
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Führungen mit Brigitte Willach an folgenden Terminen: