Das Museum als Dolmetscher und Vermittler
Die Erforschung kultureller Gegebenheiten, die Erklärung von Verschiedenheit und Übereinstimmung in den Lebensweisen der Völker der Welt, gehört zu den wesentlichsten Inhalten der Völkerkunde. Eines der wichtigsten Ziele ist die Vermittlung dieser Kenntnisse, um Verständnis für die Lebensweisen der Kulturen der Welt zu wecken. Vorläufer der heutigen Völkerkunde seit der Antike sind Reiseberichte und aus vielen Quellen zusammengetragene Beschreibungen der Bräuche anderer Völker. Erst im 18. Jahrhundert, in der geistesgeschichtlichen Epoche der Aufklärung, bildeten sich die grundlegenden Ansätze zu einer Ethnologie als Wissenschaft heraus.
Das Museum für Völkerkunde soll über alle Kulturen und Völker unserer Welt berichten. Dies ist eine gewaltige Aufgabe in einer sich rasch wandelnden Welt. Weg vom Vitrinenmuseum hin zur ganzheitlichen, lebendigen Begegnungsstätte der Kulturen: Vom Betrachten zum Begegnen, vom Begegnen zum Begreifen, vom Begreifen zum Verstehen, vom Verständnis zur Toleranz.
Das Museum setzt sich mit anderen Sichtweisen auseinander, spiegelt auch die europäische Kultur in fremden Augen. Das aktuelle Veranstaltungsprogramm greift immer wieder politische und aktuelle Themen auf, baut Vorurteile ab und vermindert die Feindseligkeit zwischen den Angehörigen verschiedener Kulturen. Mit diesem modernen Konzept kommt das Museum für Völkerkunde auch seiner gesellschaftlichen Verantwortung nach.







