Mi 16. Mai 2018 |18 Uhr
Von der Weltkunst zur Transmoderne
Kurzvorträge, Buchpräsentation und Gespräch von und mit Prof. Christian Kravagna, Akademie der bildenden Künste Wien und Prof. Dr. Susanne Leeb, Leuphana Universität Lüneburg

Weltkunst ist ein Begriff, der im 19. Jahrhundert in der westlichen Kunstgeschichte in Umlauf kam und „alle Künste aller Zeiten und Völker“, wie es damals hieß, umfassen sollte. Im Unterschied dazu ist die Transmoderne ein Begriff, mit dem Christian Kravagna den Kontakt und die Kooperation von Künstler_innen und Intellektuellen seit den 1920er Jahren beschreibt und zwar vor allem im Kontext von antikolonialen und antirassistischen Bewegungen. Während die Weltkunst einen universalen Begriff von Kunst zu formulieren versuchte, werden in der Transmoderne kolonial geprägte moderne Vorstellungen von „Rasse“, Kultur und kultureller Differenz erstmals einer grundlegenden Kritik unterzogen. Und während die Weltkunst eher ein Projektionsverhältnis auf nichteuropäsiche Künste bedeutet, entwirft die Transmoderne mit Begriffen wie Synkretismus oder Transkulturation neue Konzepte von Kultur und Identität. Die Veranstaltung diskutiert die Möglichkeiten und Grenzen beider Konzepte in ihrer historischen Bedeutung und heutigen Relevanz.
 
Eine Veranstaltung des Museum für Völkerkunde Hamburg in Kooperation mit der Leuphana Universität Lüneburg

Museumseintritt