Do 25. Januar | 18 Uhr
Märchenerzählen in aller Welt: Ethnologische Überlegungen zu traditionell-narrativen Überlieferungen
Vortrag von Prof. Sabine Wienker-Piepho,Volkskunde und Kulturgeschichte Universität Jena

Deutschland hat in Sachen Märchen ein Alleinstellungsmerkmal: In den berühmten etwa 270 Bänden des Diederichs-Verlages liegen Märchen unterschiedlicher Herkunft in deutscher Übersetzung vor. Doch wie kamen sie da hinein? Wie viele “Filter” mussten die teilweise sehr alten mündlichen Überlieferungen durchlaufen, bis sie – oft nach vielen Übersetzungen – verschriftet wurden? Und wie veränderte dies ihren Charakter? Werden sie gegenwärtig noch erzählt und wer sind die Erzähler? Solche und ähnliche Fragen bewegen gerade heutzutage, im Zeitalter einer ja auch kulturellen Globalisierung die international aufgestellte Märchenforschung. Hier greifen zunehmend auch ethnologische Ansätze einer historisch-vergleichenden Erzählforschung, die – von den Brüdern Grimm begründet – längst nicht mehr auf die Fächer Germanistik oder Volkskunde beschränkt ist. Märchen – heute im Bewusstsein breiter Bevölkerungsschichten in die Kinderfolklore abgesunken – sind ein immer mehr beachtetes, jahrtausende altes Kulturgut, das Menschen verbindet und zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO gezählt wird.

Die Referentin ist Volkskunde-Professorin und Schülerin des Freiburger Märchenforschers Prof. Lutz Röhrich. Sie lehrt seit mehr als 40 Jahren als Spezialistin für historisch-vergleichende Erzählforschung an verschiedenen Universitäten in ganz Europa und gilt als international bekannte Expertin für diese Art von Volkserzählungen, also auch von den Märchen Europas und der ganzen Welt.

Eine Veranstaltung des Märchenforums Hamburg e.V. in Kooperation mit dem Museum für Völkerkunde Hamburg

Eintritt: Nur Museumseintritt


Prof. Sabine Wienker-Piepho, Foto: S. Wienker-Piepho